700 - 550 v. Chr. Phrygisches Königreich
Die Phryger, die im 8. Jahrhundert v. Chr. Gordion zu ihrer Hauptstadt machten, gründeten in Mittelanatolien ein Königreich.
Es wurde festgestellt, daß sie während der ägäischen Wanderung nach Anatolien kamen und eine indogermanische Sprache gebrauchten. Es ist interessant zu beobachten, daß ihre Hauptstadt Gordion eine befestigte Stadt war und daß bei ihren offiziellen Gebäuden der Megaron-Haustyp verwandt wurde. Allerdings schmückten die Phryger die Vorderfront dieser Bauten mit geometrisch verzierten Schrifttafeln und die Decken einiger Häuser mit farbigen Mosaiken aus neuen stilisierten motiven.
Die Tumulus Ausgrabungen, die bei den Grabstätten in Gordion und Ankara gemacht wurden, lassen erkennen, daß dieses Volk ganz eigenwillige Formen von Dingen wie Bronzefibeln, Schöpflöffel, Kessel, Schüsseln, Krüge mit Haspelhenkel, bauchige Tonkrüge mit langem Ausguß herstellten. Weiterhin verdeutlichen die Beispiele, die aus den Ausgrabungsstätten stammen, daß sie einzigartige Möbel herstellten und das Holz mit geometrischen Motiven verzierten. Graufarbige oder bunte mit Ornamenten geschmückte Keramiken zeigen, daß sie auf diesem Gebiet sehr weit fortgeschritten waren. Der Hauptgott der Phryger ist die Göttin Kybele. Diese stellt eine Fortsetzung der hetitischen Kubaba-Kultur dar. Die Werke der Phryger sind außer in Gordion noch in Pazarli, Afyon - Aslantas und in Yazilikaya bei Eskisehir zu sehen. Die phrygischen Werke aus reichlich Metall und Keramik sind heute im Anadolu Medeniyetleri Museum ausgestellt.
Außerdem befindet sich eine reichhaltige Sammlung von Gegenständen, die aus den berühmten Tumulus Grabstätten des Königs Midas bei Gordion stammen, in diesem Museum.
Die Phryger sind 690 v. Chr. von den aus dem Osten kommenden Kimmerern gestürtzt worden. Allerdings setzte sich die Kultur der Phryger noch eine Zeitlang weiter fort.

Bemaltes phrygisches Gefäß mit langem Ausguß (800 v. Chr.), Fundort: Gordion, Tumulus. Mit rundem Mund, kugelförmigem Körper, flachem Boden und einem Henkel. Am Ausguß befindet sich ein Sieb. Aus elfenbeinfarbenem Ton gebrannt und mit dunkelbraunen geometrischen Motiven bemalt. Höhe: 8 cm und Länge: 25 cm. Außer diesem Fund stieß man auch auf andere phrygische Gefäße mit geometrischen Motiven und mit Tiermotiven. Ankara, Museum für Anatolische Zivilisation, Inv.Nr.: 19487

Phrygische Schale. Die Schale, die aus dem 8. Jh. v. Chr. stammt, wurde in dem gordischen großen Tumulus gefunden. Sie hat einen Durchmesser von 16,5 cm und ist 4,5 cm hoch. Die Ränder sind gerade und die Form entspricht einer Halbkugel. Der Boden der Schale ist innen gewölbt, den Rumpf zieren Blattformen. Ankara Museum für Anatolische Zivilisation. Inventar Nr. 18601 |