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Harem

   Der heutige Eingang des Harems für die Besucher ist im zweiten Hof (Nr. 1). Er heißt "Arabalar Kapisi" (Tor der Kustcher), von wo die Haremsdamen von einer Kutsche abgeholt wurden, um in die Stadt zu fahren.
Das Wort "Harem" ist ein arabischen Wort. Die Türken gebrauchten dafür "Darüsaade" (Haus der Glückseligkeit). Harem bzw. Poligamie erscheint in der Geschichte zum ersten Mal bei den Assyrern, später übernahm der Islam die Poligamie und damit durfte man gleichzeitig vier Frauen haben, wenn man auch ihren Unterhalt nachkommen konnte.
Bei den türkischen Völkern in ihrer vorislamischen Zeit existierte die Einehe. Durch die Anerkennung der Haremstradition (von den Arabern), die in der osmanischen Dynastie lange Gebrauch fand, bis sie Atatürk 1926 endgültig abschaffte.
Der Harem war bis zur Regierung Sultan Süleymans l. im 16. Jh. nicht sehr groß, weil die Sultane wegen zahlreicher Feldzüge für ihr Privatleben kaum Zeit hatten. Der Islam gestattete dem Mann, so auch dem Sultan, vier Frauen zu heiraten. Das Gesetz war eine Folge lauter Kriege, es mußten viele Kriegerwitwen versorgt werden, und man brauchte Nachwuchs für die Armee.

Saal Murats lll. ( Harem )

Saal Murats lll. (Harem)

Brunnen im Saal Murats lll. ( Harem )

Brunnen im Saal Murats lll. (Harem)

 

Die Haremsdamen wohnten bis zum 16. Jh. im alten Palast "Cinili Kösk". Topkapi Serail wurde damals nur für Staatsangelegenheiten gebraucht. Aber durch den Einfluß Roxelanes, der russischen Frau Süleymans des Prächtigen, gestattete der Sultan ihr und ihren Odalisken (weiße Haremssklavinnen) mit einigen Eunuchen zusammen in dem neuen Palast, dem heutigen Topkapi, zu wohnen. Später wurde der Harem unter Selim ll. und Murat lll. um die Schlafzimmer des Sultans und der Mutter des Sultans erweitert, so daß er mit 400 Räumen zu einem großen Baukomplex wurde.
Ab Ende des 16. Jhdts. lebte der Gesamtharem des Sultans hier.

Obstraum Sultan Ahmet lll. ( Harem )

Obstraum Sultan Ahmet lll. (Harem)

Heute ist ein kleiner Teil des Harems für den Besuch offen. Trotzdem sind die wichtigen, aber leider unzugänglichen Teile zu erwähnen.

Durch das Tor der Kutscher (Nr. 1) gehend kommt man in den mit Fliesen ausgekachelten Wachraum der Schwarzen Eunuchen (Nr. 2).
Gleich links liegt die kleine bis zur Decke ausgeflieste Moschee der Schwarzen Eunuchen (Nr. 3). Durch ein weiteres Tor betritt man den Hof der Schwarzen Eunuchen (Nr. 4), links von diesem Hof liegen die Wohnräume der Schwarzen Eunuchen (Nr. 5).

 

 


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