Die Osmanen
Als 1308 der letzte Seldschukenherrscher Giatheddin Mesud II. in Konya starb, war auch das Ende des Reiches gekommen, das ohnehin schon seit einiger Zeit in seinen letzten Zügen gelegen hatte.
Ebu Sayid Bahadir, der Herrscher aus dem Haus der Ilkhane, die
Anatolien mit Hilfe von mongolischen Statthaltern regierten,
starb 1335. Nach seinem Tod kam es zu Unruhen im Mongolenreich.
Unabhängige kleine Fürstentümer entstanden im mongolischen
Herrschaftsgebiet. Eines dieser Fürstentümer wurde von mongolischen
Statthaltern aus der Dynastie des Eretua regiert; es lag in
Anatolien. Der Gründer war Eretua Bey, der 1352 starb. Danach
geriet das Land unter die Herrschaft schwacher Führer. Burhaneddin,
der die hohe Stellung des Richteramtes (Kadi) in Konya besaß,
untervarf dieses Land und regierte es unabhängig. Zur gleichen
Zeit nutzten auch einige Turkmenen-Stämme diese Stuation und
schufen sich eigene Fürstentümer.
Auf anatolischem Boden entstanden folgende
Fürstentümer: Karamanogullari (Mittelanatolien), Esrefogullari
(Beysehir), Germiyanogulları (Afyon), Hamibogullari (Isparta-Burdur).
Ihre Gründurg erfolgte im XIII. Jh.. Im XIV. Jh. entstanden
weitere: Inancogullari (Denizli), Aydınogullari (Aydın), Karesiogullari
(Balıkesir), Saruhanogullari (Manisa), Candarogullari (Kastamonu-Cankiri-Sinop).

Gesamtansicht der Süleymaniye Moschee.
Ghazi Ertoghrul, Sohn des Süleyman, der Führer der Oghusen, die zu dem Nomadenstamm
Kayi gehörten, erreichten damals auch Anatolien. Sie siedelten
sich in der Nähe von Byzanz, bei Bilecik-Sögüt an. Dieser
Ort war ihnen von den Seldschuken zugewiesen worden. Zur Zeit
Osmans
(1299-1362), der nach Ghazi Ertoghrul an die Macht gekommen
war, hatte das Reich der Seldschuken seine Macht verloren.
Auch Osman nutzte diese Schwäche und errichtete ein eigenes
Fürstentum.
Osmans Sohn Orhan (1326-1362) eroberte die bisher byzantinische
Stadt Brussa (Bursa) und machte sie zur Residenz seines Reiches. |